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Team: Paulo Providência, Porto + Rosemarie Wagner, Stuttgart + Volker Lang, Hamburg
Ort: Rathausbrücke
Projekt: Brückenneubau der Rathausbrücke

Das Projektteam bestehend aus dem Architekten Paulo Providência, der Ingenieurin Rosemarie Wagner sowie dem Künstler Volker Lang hat einen Neuentwurf für eine Fußgängerbrücke entwickelt, die parallel zur Rathausbrücke geführt wird. Der Entwurf sieht eine Brücke aus 70 Steinelementen vor, die zur Mitte hin ansteigt. Jeweils 19 Blöcke auf beiden Seiten bilden niedrige Treppenstufen aus, während die mittleren 36 Blöcke einen homogenen Bogen formen.

Die neue Fußgängerbrücke stellt die Bezüge zur stadträumlichen Umgebung - Friedrichsstraße und Schlossplatz im Westen, das Nikolaiviertel im Südosten und das Marx-Engels-Forum sowie der Berliner Dom im Nordosten - wieder her. Während die jetzige Rathausbrücke keinerlei gestalterische Qualität besitzt und dem historisch bedeutsamen Ort nicht angemessen ist, bindet die neue Fußgängerbrücke das historische Zentrum Berlins an. Das westliche Ufer wird dabei auf die Situation vor dem Bau des Palastes der Republik zurückgebaut; die Uferpromenade auf der östlichen Seite wird unter der Brücke fortgeführt.

Die Brücke ist ferner als Aussichtsplattform für Passanten, Touristen, Arbeiter und Bewohner konzipiert und daher als Bogenbrücke angelegt. Die Brücke ist als Ort für Konzerte und Theateraufführungen gedacht. Volker Lang hat eigens hierfür einen Pantomime-Akt entwickelt, der neun Schauspieler vorsieht, die drei Gruppen (ABC, ABC, ABC) bilden. Sie durchschreiten auf der Brücke ein ihnen zugewiesenes Areal, wobei die wenigen Momente des Stillstandes aller Schauspieler mit farbigen Zeichen an der Brücke festgehalten werden.

Das Material der Brücke - die Steinblöcke - nimmt Bezug auf die bebaute Umgebung, die durch Monumentalbauten geprägt ist bzw. vor dem Krieg geprägt war (z.B. das Berliner Stadtschloss).