2000/2001, Styropor, Robert Ryman - Retrospektive mit Räumen von Ariane Epars,
Clay Ketter, Albert Weis und Beat Zoderer, Haus der Kunst München
Die Arbeit "tresor" thematisiert die spezifische neoklassizistische
Architektur des Hauses und bezieht sich gleichzeitig als Referenz auf das Werk
von Robert Ryman. Sämtliche Wandflächen des Ausstellungsraumes wurden
systematisch mit Styroporblöcken verblendet. Die Styroporwand wurde ca.
170 cm vor die vorhandenen Wände gebaut. Das Volumen, das sich dadurch
ergab, entsprach damit der dreifachen Wandstärke. Die Blöcke wurden
entsprechend der Raumhöhe 9 Meter hoch geschichtet und endeten kurz unterhalb
der Decke. Vorstehende Architekturteile und Unterbrechungen wie Türen blieben
ausgespart. Die Aussparungen erfolgten vertikal, d.h. z.B. die Wandflächen
über den Türen blieben unverkleidet. Die Säule im Raum wurde
in gleicher Weise rundum mit Styroporelementen verkleidet. Durch den Eingriff
gliederte sich das Raumgefüge neu. Die Grundfläche des Raumes wurde
verkleinert und nahm genau die Maße des Oberlichtes an. Die Säule
verbreiterte sich zu Wandflächen, die nun ein Volumen definierten. Zwischen
diesem Kubus und den Wandflächen entstanden ca. 60 cm breite und 9 Meter
hohe Korridore - der Raum wurde extrem kontraktiert. An den Türen ragte
die Styroporbeschichtung in die Öffnung und wurde seitlich und damit auch
räumlich spürbar. Der verbleibende Raum verlor seine Proportionen.
Die Raumhöhe erschien überdimensional zu den übrigen Maßen.
Der Blick des Betrachters richtete sich nach oben zu den Oberlichtern, die auf
den Außenraum verwiesen. Durch die vertikale Bauweise entstanden Unterbrechungen
und erschienen die Wände als fragmentierte Fassade, die eine Hofsituation
darstellen könnten. Als Dämm- und Akustik-Werkstoff veränderte
das Styropor die Wahrnehmung des Besuchers - der Raum wurde ruhiger und konzentrierter,
vielleicht auch "merkwürdiger". Es entstand ein visueller und
akustischer Kontrast zu den übrigen Ausstellungsräumen. Die Arbeit
"tresor" wurde zu einer räumlichen Leerstelle innerhalb der Ausstellung
und rückte den Betrachter in den Mittelpunkt. Die Styroporeinbauten fungierten
als dreidimensionale Projektionsflächen und stülpten sich um zu einem
mentalen Raum.