Nach den umfangreichen Installationen der 80er und frühen
90er Jahre, in denen Pedro Cabrita Reis vor allem mit den
Materialien Gips, Holz und Kupfer arbeitete, konzentriert
er sich in seinen aktuellen Installationen auf industriell
vorgefertigte Versatzstücke, kehrt aber immer wieder
zu dem Themenbereich Stadt, Architektur und Raum zurück
(Cidades Cegas, Dans les Villes, Lisbon Gates, Catedral).
Lóránd Hegyi schreibt im Katalog, der zu den
Einzelausstellungen im Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig
Wien und Museu Serralves 1999/2000 erschienen ist: "Pedro
Cabrita Reis fügt ärmlich anmutende Gegenstände
zu architektonischen, physisch-materiell existierenden Ensembles
mit realen Innenräumen zusammen. Gleichzeitig sind sie
aber abstrahiert, mit archetypischen Vorbildern verbunden
und absichtlich in einer poetisch-metaphorischen, nicht eindeutig
definierten Sphäre platziert. Wie in einer Nekropolis,
wie in einer von ihren Bewohnern verlassenen Stadt, wie in
einem seit langer Zeit unbewohnten Haus spazieren die Betrachter
in den architektonischen Assemblagen von Pedro Cabrita Reis
und bleiben ratlos und verunsichert vor den von innen vermauerten
Fenstern und Türen stehen". (Pedro Cabrita Reis,
Ed. Charta, Milano 1999, S. 17).
Die Berliner Arbeit Ein geteiltes Haus ist formal mit der
im Sommer 2000 in der Ausstellung Zeitwenden im Kunstmuseum
Bonn gezeigten Catedral verwandt. Wie in Bonn setzt Cabrita
auch hier vor allem Hohlblockziegel ein. Die orthogonale Struktur
der Galerieräume wird durch die Installation konterkariert.
[courtesy Galerie Markus Richter, Berlin]